Ein Projekt der Nihon Kai Projects
Kempo
Wortursprung
Kempo ist eine japanische Kampfkunst mit chinesischen Wurzeln. Der chinesische Ausdruck für “Gesetz der Faust“ ist der Bedeutung nach “Quánfa“ oder “Chuan-fa“. Der Grundsteinleger war ziemlich sicher Bodhidharma aus Indien. Als das Chuan Fa seinen Weg nach Japan fand, wurden die Schriftzeichen und die wörtliche Bedeutung 1 zu 1 übersetzt und aus dem chinesischen Chuan Fa wurde das japanische Kempo. Kempo ist sicherlich eine der faszinierendsten Kampfkünste der Welt. Hier dreht es sich nicht darum, den Gegner windelweich zu prügeln, auch wenn die landläufige Meinung das anders sieht. Nachfolgend werde ich darstellen, dass diese einfach falsch ist. Die Geschichte dieser Kampfkunst wird allerdings teilweise sehr unterschiedlich erzählt. Es ist aber davon auszugehen, dass die folgende Variante die richtige ist.
Von Indien nach China.
Die Wurzeln des Kempo liegen sehr weit in der asiatischen Geschichte zurück. Die Legende erzählt, dass im Jahre 480 nach Christus ein Mann namens Bodhidharma, auch von den Chinesen Ta Mo und den Japanern Daruma genannt, aus dem Süden Indiens in der Nähe von Madras mit einem Schiff in Richtung China aufbrach. Der Legende nach ist Bodhidharma der 28. Nachfolger Buddas und der Sohn eines indischen Maharadschas gewesen. Bodhidharma war an weltlicher Herrschaft nicht interessiert, sondern bemüht, das Maß an Frieden zu erhöhen und Eintracht zu verbreiten. Er hatte sich entschlossen, den Wunsch seines verstorbenen Meisters, der ihn in die Lehre des Buddha eingewiesen hatte, zu befolgen. Sein Lehrer hatte ihm empfohlen, nach China zu ziehen. Er reiste kreuz und quer durch das Land und erreichte im Jahr 520 nach Christus die Provinz Henan im Norden Chinas. Seine Intention war, dort seine Version des Zen Buddhismus - später Chan-Buddhismus - zu lehren und zu verbreiten. Einige erhaltene Wandmalereien aus dieser Zeit gelten als Beweis dafür. Nahezu 40 Jahre zog er durch China. Er soll auf seinem Weg auch den Hof des Kaisers besucht haben, der Kaiser wollte von seiner neuen Lehre aber nichts wissen, da es zu dieser Zeit in China schon mehr als 30.000 verschiedene buddhistische Klöster gab. Er soll Bodhidharma wegen seiner Absicht, seine weitere Form des Buddhismus zu etablieren, sogar ausgelacht haben. Bodhidharma (der Schweigsame) soll wiederum keine Miene verzogen haben und ist einfach weiter durch das Land gezogen, um seine Mission zu erfüllen.
So kam er im Jahre 520 zur Zeit der Lian-Dynastie (506-550) an einem Kloster der Henan-Provinz (Shaolin-Szu) im Norden Chinas an. Dort wollte er die Lehre Buddhas verkünden. Die Mönche verwehrten ihm jedoch den Einzug ins Kloster. So meditierte er mehrere Jahre vor einer Höhle in den Bergen. Sein Schatten und der Abdruck seiner Knie sollen heute noch zu sehen sein. Durch diese Leistung beeindruckt öffneten die Mönche ihm dann doch ihre Tore und ließen ihn ein. Dort unterwies er sie als seine Schüler, die seinen Lehren aufgrund von Konzentrationsmangel, durch schlechte Ernährung und wenig Bewegung, jedoch nicht durchgehend folgen konnten. Einige der Mönche sollen während seiner Lehrstunden sogar eingeschlafen sein. Darum ersann er zu deren körperlichen Belebung 24 Muskelspiele und 18 Mönchsübungen. Er unterwies sie in Gesundheitslehre und Selbstverteidigung. In den 40 Jahren seiner langen Reise hatte Ta Mo die Natur beobachten können und das Verhalten von verschiedenen Tieren. Fünf haben ihn wohl sehr beeindruckt.
1. Der Tiger - seine Fähigkeit geschickt zu jagen und seine Kraft
2. Der Leopard - seine Schnelligkeit und Ausdauer
3. Die Schlange - ihre Schnelligkeit, List und Beweglichkeit
4. Der Kranich - seine Gradlinigkeit und sein Geschick
5. Der Drache - Cleverness und Geduld
Er versuchte, diese Fähigkeiten auf den Menschen zu übertragen und legte damit nachweislich den
Grundstein für das Chuan Fa, das später in Japan zum Kempo wurde.
Als Bodhidharma dann verstorben war, gingen seine Schüler auseinander und seine Lehren gerieten erst einmal in Vergessenheit. Viele hundert Jahre später zog ein Chinese mit dem Namen Chen in das Shaolin Kloster im Süden Chinas in der Provinz Fukien ein und nahm die Lehren Bodhidharmas wieder auf. Als Oberpriester reiste Chen dann als Chueh Yuan durch das Land, um nach Meistern zu suchen, von denen er noch weiter lernen konnte. Es heißt, dass er an einer Wegkreuzung einen alten Mann (er soll Fu geheißen haben) beobachtete, der sich durch geschicktes Ausweichen erfolgreich gegen mehrere Angreifer zur Wehr setzte. Gemeinsam haben sie dann zwei weitere Meister der Kampfkunst besucht, um die Effektivität ihres neuen Systems zu verbessern. Einer von ihnen war Pai Yu Feng. Dieser versah das Chuan Fa mit hohen Fußstellungen und schnellen Tritten. Er begründete das Shaolin Tempelboxen.
Von China nach Japan
Durch Kriege, Verfolgung und politische Wirren flohen viele Chinesen nach Okinawa. Die von ihnen
mitgebrachte Kampfkunst Chuan Fa wurde auch hier weiter trainiert. Auch die Einheimischen auf Okinawa übernahmen diese Kunst und nannten sie Kempo, was in der japanischen Sprache die gleiche Bedeutung hat. Nun trat das Kempo seinen Siegeszug um die gesamte Welt an. Viele berühmte Namen sind mit dem Kempo verbunden. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts erreichte es auch Europa. Viele gute Meister übernahmen diese Kampfkunst und beeinflussten sie mit ihrem können, und ihrer persönlichen Motorik.
(Text Bernd A. Kühnapfel Shihan)
Erklärt von dem...
...Begründer Soke Bernd A. Kühnapfel Shihan
Entstehung des Nihon Kai Kempo
Meine absolute Faszination gilt dem Kempo, es ist meine Passion und mein Herzschlag. Nach Jahren des begeisterten Trainings gehören die runden und schnellen Bewegungen sowie das gesamte System an sich zu meinem Leben wie das Essen, das Trinken und Schlafen Entzugserscheinungen hatte und habe ich meist in der Ferienzeit. Denn ab und zu erwische ich mich, wie ich irgendwelche Kempotechniken in die Luft mache. Deswegen hätte ich eigentlich überhaupt kein neues System begründen müssen. Ich war doch mit dem, was ich erlernt hatte und in meiner Schule zeigen konnte, gut bedient. Außerdem vertrat ich immer die Ansicht, dass genug Menschen mit irgendwelchen zweifelhaften und selbstgestrickten "Systemen" den Kampfsportmarkt überhäuft hatten. Dazu wollte ich nicht gehören. Die Vorgeschichte hatte mir diese Entscheidung allerdings dann doch leicht gemacht. Als einer der wenigen Schüler von
Großmeister Ben Stumpf hatte ich mich nun dann doch dazu entschieden, eine kleine Schule zu eröffnen. Meine sogenannten Kollegen konnten diese Tatsache allerdings schwerlich verknusen. Nie mir offen ins Gesicht, aber immer feige hinter meinem Rücken wurde dann in Frage gestellt, wie denn der Hagener mit seinem 1. Dan es sich erdreisten konnte, eine Kampfsportschule zu eröffnen. Als ich 1997 die Nihon Kai Ära begründete, hatte ich dieses auch für meine Familie und mich getan und nicht als Sprungbrett für diverse zweifelhafte Kollegen. Ich suchte fieberhaft nach einem neuen Kampfsportverband, mit dem ich neu starten konnte. Den fand ich dann in der Martial Arts Association international Ende 2004. Dieses war meine beste Entscheidung. Als damaliger 5. Dan wollte ich dann das Kempo Karate – Jiu Jitsu in der Martial Arts Association international vertreten. Der 1. Vorsitzende und mein heutiger Freund Bernd Höhle ernannte mich dann zum Bundestrainer für das Kempo Karate Jiu Jitsu. Da hatte ich allerdings noch nicht mit meinen sogenannten Kollegen aus der guten alten Zeit gerechnet. Man hatte mir diesen neuen Posten nicht gegönnt und streitig machen wollen.
Um allen Ärger aus dem Weg zu gehen, und auf Bitten meines Freundes Bernd Höhle habe ich dann meine Form des Kempo neu überarbeitet. Nachdem ich alle Techniken, die ich zu der Zeit über 30 Jahre erlernte, zusammengetragen hatte, verfasste ich eine neue Prüfungsordnung. Die Grundlagen meines Kempo waren geschaffen. Der Name des neuen Stils sollte einfach und unkompliziert sein, und so entstand der Begriff Nihon Kai Kempo. Auch in den weiteren Jahren habe ich mein Nihon Kai Kempo immer weiterentwickelt (heute gibt es schon die Version N.K. Kempo 2011). Ich veränderte die alten Formen (Kata) mit neuen Bewegungsabläufen, überarbeitete den betenden Mönch, um die Koordination von Armen und Beinen trainieren zu können. Hier kommt es darauf an, die Bewegungen möglichst langsam auszuführen, da der Körper die Bewegungen präziser aufnimmt und das Unterbewusstsein sie besser speichert. Da Kempo allerdings eine Selbstverteidigungsform ist, wollte ich Techniken in diesem System, welche auch für schwächere Menschen effektiv einsetzbar sind. Zu diesem Zweck musste ich selbst weiter lernen. Ich besuchte Seminare und Lehrgänge bei wirklich guten und großen Meistern. Mir war es egal ob dieser Lehrgangsleiter den 1. Dan oder den 10. Dan hatte, ich wollte lernen und mein System verbessern. In dieser Zeit, habe ich allerdings auch sehr viele gute neue Freunde gewonnen, die mir auch heute noch zur Seite stehen. Heute habe ich Schüler in der gesamten Bundesrepublik und das Nihon Kai Kempo ist weiter auf dem Vormarsch. Ich habe mit dieser Form des Kempo nicht die Kampfkunst neu erfunden, sondern aus heutiger Sicht ein System geschaffen, mit dem sich jeder Mensch, ob dick oder dünn, groß oder klein, stark oder schwach, wirksam verteidigen und schützen kann. Ohne mit dem Strafrecht der Bundesrepublik Deutschland in Konflikt zu geraten.
Die 5 Komponenten des Nihon Kai Kempo
1) Das Kempo Karate
Hier werden fließende Hand- und Armbewegungen eingesetzt. Vom Beginn des Schlages bis kurz vor dem Auftreffen besteht keinerlei Kraftanstrengung. Erst kurz vor dem Auftreffen wird die jeweilige Muskulatur angespannt und arretiert. Dadurch erreicht der sich Verteidigende eine sehr hohe Geschwindigkeit und Effektivität im ausgeführten Schlag.
2) Kempo Jiu Jitsu
Das Kempo Jiu Jitsu besteht aus Hebeln, Griffe und Würfe. Es wird auch darauf gezielt, den Gegner ins Lehre laufen zu lassen und seine Kraft für sich selbst zu nutzten.
3) Sport Kempo
Dieser Teil des Nihon Kai Kempo verkörpert den sportlichen Teil. Wer im Sport Kempo Karate trainiert, ist in der Lage, Wettkämpfe auf der Matte sowie im Ring zu kämpfen. In diesem Training wird speziell auf Kondition und Techniken trainiert, die im Wettkampf eingesetzt werden können. Sport Kempo Karate basiert daher sehr stark auf Arm- und Beintechniken des Tang Soo Do und des Kickboxing.
4) Nihon Kai Kempo Katas (Formen laufen)
Hier gibt es 5 Katas:
4. Kaminarie Kata - 4. Kata
5. Shihan Kata - 5. Meisterkata von Soke Bernd A. Kühnapfel Shihan
5) Kempo Waffen
In dieser Kategorie werden folgende Waffen trainiert:
(“Dein Weg wird entstehen, wen du ihn konsequent gehst“) Soke Bernd A. Kühnapfel Shihan